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Ausbilder 2026: Die Lehre von morgen beginnt heute

Kategorie
News
Aktualisiert am
28.09.2026
Lesezeit
4

200 Verantwortliche aus der Lehrlingsausbildung diskutierten beim zweiten „Ausbilder:innen-Network“ des WIFI Salzburg über die Zukunft der Lehre.

Rund 200 Teilnehmer, Ali Mahlodji als Keynote-Speaker und eine zentrale Frage: Wie muss Lehrlingsausbildung heute aussehen, damit junge Menschen Lust auf Arbeit und Zukunft bekommen?  Beim zweiten „Ausbilder:innen Network 2026“ brachte das WIFI Salzburg gestern Ausbilder, Experten und Verantwortliche zusammen, um genau darüber zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die Veränderungen der Arbeitswelt, neue Anforderungen an die Lehrlingsausbildung und die Frage, welche Rahmenbedingungen junge Menschen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben brauchen.

Keynote: Bock auf Arbeit

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Keynote von Ali Mahlodji. Unter dem Titel „Bock auf Arbeit?“ setzte sich der Autor, Vordenker und Mutmacher mit der Frage auseinander, was junge Menschen heute tatsächlich bewegt und welche Voraussetzungen es braucht, damit Arbeit als sinnstiftend, motivierend und zukunftsorientiert erlebt wird. Mahlodji stellte dabei traditionelle Vorstellungen von Arbeit infrage und warb für einen Perspektivwechsel im Umgang mit der jungen Generation. „Der größte Fehler in der Lehrlingsausbildung ist oft, dass Ausbilder von ihrer eigenen Jugend ausgehen. Doch die Rahmenbedingungen sind inzwischen andere geworden. Um diesen Fehler zu vermeiden, muss man aus der eigenen Haut rausgehen und die Perspektive wechseln“, appellierte Mahlodji und formulierte gleich anschließend, was einen guten Lehrlingsausbilder auszeichnet: „Das Wichtigste ist, in die Beziehung zu Lehrlingen zu investieren. Ein guter Lehrlingsausbilder ist jemand, der Menschen mag, der weiß, dass Wachstum Zeit braucht, der versteht, dass, wenn du in Menschen investierst und in ihre Entwicklung, du für Räume sorgen musst, wo die Menschen wachsen können. Und du musst den Glauben daran haben, dass Menschen etwas hinbekommen.“

Praxisnahe Impulse bekamen die Lehrlingsausbilder bei spannenden Fachvorträgen. © WIFI/wildbild

Austausch und neue Impulse für die Lehre

Mit dem „Ausbilder:innen-Network“ schafft das WIFI Salzburg eine Plattform für den Austausch zwischen Lehrlingsausbildern, Experten und Verantwortlichen aus der Praxis. Unterschiedliche Perspektiven und aktuelle Themen sollen dabei vor allem eines ermöglichen: neue Impulse für die tägliche Arbeit mit jungen Menschen und für die Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung.

„Wer einen jungen Menschen ausbildet, gibt weit mehr weiter als Fachwissen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder in unseren Betrieben sind Lehrende, Vorbilder und oft die ersten Ansprechpersonen, wenn es einmal nicht rund läuft. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Salzburger Lehre auf höchstem Niveau ausbildet und über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung findet. Gleichzeitig verändern künstliche Intelligenz und neue Erwartungen der jungen Generation die Ausbildung grundlegend. Umso wertvoller sind Plattformen wie das Ausbilder:innen-Network, auf denen Erfahrungen geteilt und neue Wege gemeinsam entwickelt werden“, erklärte Bildungslandesrätin Daniela Gutschi bei ihrer Eröffnungsrede.

Netzwerken stand beim WIFI-Ausbilder:innen-Network im Mittelpunkt. © WIFI/wildbild

Von künstlicher Intelligenz bis zur Individualisierung

Wie vielfältig die Anforderungen an die Lehrlingsausbildung heute sind, zeigte auch das Programm des „Ausbilder:innen-Network“. Radomir Dinic, Multimedia Developer, widmete sich der Frage, wie künstliche Intelligenz die Zukunft des Lernens verändert, Wirtschafts- und Organisationspsychologin Marion Lehner sprach über die Individualisierung in der Lehrlingsausbildung und Rechtsanwalt Guido Leitgeb beleuchtete rechtliche Fragen rund um den zusätzlichen Arbeitseinsatz von Lehrlingen. Der Beitrag des Landeskriminalamts zum Thema Jugendkriminalität sowie Informationen von Experten der Wirtschaftskammer Salzburg zu Förderungen und Neuerungen im Förderwesen ergänzten das Programm.

Für die rund 200 Teilnehmer stand neben den fachlichen Impulsen vor allem der Austausch im Mittelpunkt.  Die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, Wissen zu teilen und voneinander zu lernen, zeigte dabei: Die Ausbilder sind bereit, die Lehrlingsausbildung gemeinsam weiterzuentwickeln und jungen Menschen auch künftig gute Perspektiven für ihren Start ins Berufsleben zu geben.