„Man hat hier die Möglichkeit für Tiere zu sorgen zu denen man sonst nie Zugang hätte. Es sind ja nicht nur die Elefanten, es sind Dromedare, es sind Zebras, … . Wenn einen Tiere interessieren, ist es ein großartiger Beruf.“
Almud Kimbacher, Tierpfleger, in einem Interview aus: AMS your job, 2003.
Tierpfleger*innen betreuen Tiere in zoologischen Gärten (Tiergarten, Zoo), Aquarien und Terrarien, Tierheimen, Tierkliniken und zum Teil auch in Tierarztpraxen, Tierhandlungen und Forschungseinrichtungen. Sie sind verantwortlich für die richtige Fütterung, reinigen die Unterkünfte und achten auf die Gesundheit der Tiere. Diese Arbeiten werden auch an Sonn- und Feiertagen und wenn nötig nachts durchgeführt. Tierpfleger*innen achten darauf, dass die Tiere artgerechte Lebensbedingungen vorfinden (z. B. Regelung von Luftzufuhr und Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur, Sonnenbestrahlung, Sauberkeit des Wassers, richtiger Boden). Zum Teil arbeiten Tierpfleger*innen auch beim Einrichten und der Reparatur der Gehege und von anderen Tierunterkünften mit, und insbesondere in Zoos/Tiergärten und Aquarien an der Sauberhaltung der Besucherbereiche.
Bei der Fütterung achten sie auf die richtige Zusammensetzung und Menge der Futtermittel. Dazu verwenden sie Fütterungspläne. Sie verwenden Fertigfutter oder mischen die Futterbestandteile selbst im vorgegebenen Verhältnis. Für bestimmte Tierarten wie Raubkatzen, Raubvögel oder Schlagen müssen sie z. B. Futtertiere (Kleintiere) züchten und fachgerecht töten.
Wie die Fütterung ist auch die Pflege der Tiere sehr individuell und abhängig von der jeweiligen Tierart. Sie umfasst verschiedenste Maßnahmen wie z. B. das Abspritzen mit warmem Wasser, Bürsten des Fells, Huf- und Klauenpflege bis hin zur spielerischen Beschäftigung mit Tieren. Tierpfleger*innen kontrollieren laufend das Tierverhalten und beobachten den Gesundheitszustandes. Sie dokumentieren ihre Beobachtungen, die Fütterung und die laufende Betreuung und verständigen bei auffälligem Verhalten, welches auf Krankheitssymptome schließen lässt, die zuständigen Personen. Außerdem bereiten sie Tiertransporte vor und führen diese durch.
In Forschungseinrichtungen sind Tierpfleger*innen zusätzlich als Assistent*innen bei Untersuchungen und Versuchen tätig. Dabei kommen empfindliche Geräte zum Einsatz, die sie bedienen. Die sorgfältige Pflege dieser Geräte ist einer ihrer Aufgabenbereiche. Sie regulieren z. B. die Klimabedingungen in den Tierunterkünften oder bedienen Geräte zur keimfreien Haltung und Zucht von Versuchstieren*.
Tierpfleger*innen haben Kenntnis über die Vorschriften des Tierschutzes und des Artenschutzen. Sie verfügen über Wissen über artgerechte Tierhaltung, Tiertransport sowie auch über die Beseitigung verstorbener Tiere. Eine weitere wichtige Aufgabe für Tierpfleger*innen ist außerdem der Kontakt mit Besucher*innen und Kund*innen. Sie führen Schaufütterungen durch, erteilen Auskünfte über Tiere, schreiten bei falschen Verhalten der Besucher*innen im Zoo ein und achten auf die Sicherheit von Tieren und Besucher*innen.
*Bitte beachte: Während in der pharmazeutischen und medizinischen Forschung Wirkstoffe und Methoden oft noch an Tieren getestet werden, bevor sie für Menschen zugelassen werden (in Österreich ist dazu eine vorherigen Genehmigung erforderlich), sind in der kosmetischen Forschung und Industrie Tierversuche in der Europäischen Union grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es derzeit noch Lücken in diesem Verbot.