Druckvorstufentechnik

Lehrzeit: 3 1/2 Jahre

Einstiegsgehalt nach der Lehre: ca. 1.730,- €

Lehrberuf

  • Worum es geht

    Druckvorstufentechniker*innen sind für alle erforderlichen Vorarbeiten für den Druck von Zeitungen, Zeitschriften, Plakaten, Prospekten, Büchern, Formularen usw. verantwortlich. Auch Produktionen im Bereich digitaler Medien (z. B. CD-Roms, Bildschirmpräsentationen) gehören zu ihrem Arbeitsbereich. Sie verwenden für nahezu alle Arbeitsabläufe den Computer. Sie erfassen die Texte, Grafiken und Bilder oder übernehmen sie vom Datenträger. Sie bearbeiten Texte, Grafiken und Bilder und erstellen das Layout (die Gestaltung) der Druckerzeugnisse. Sie arbeiten in Druckereibetrieben, Verlags- und Zeitungsdruckereien oder in Druckereien von Verpackungsindustriebetrieben. In größeren Druckereien arbeiten sie gemeinsam mit anderen Fachkräften des Druckereiwesens sowie mit Fachkräften des Mediendesigns. Bei ihrer Arbeit haben sie außerdem Kontakt zu ihren Auftraggeber*innen und Kund*innen.

  • Wo man arbeitet

    „Der Druckvorstufentechniker macht eigentlich die Arbeit vor dem Druck, bevor das fertige Produkt entsteht. Er arbeitet am Computer, er macht Druckplatten, er muss die Bilder bearbeiten, die später in die Prospekte, Bücher und Hefte eingefügt werden. Er mutiert die fertigen Seiten für das Druckprodukt zusammen.“
    Michael Kerzendorfer, Lehrling, in einem Interview aus: AMS your job, 2005.

    Das Aufgabengebiet von Druckvorstufentechniker*innen reicht von der Gestaltung der Vorlagen bis zur Druckformenherstellung. Die Druckvorstufe umfasst das Erfassen und Überarbeiten elektronischer Texte, Grafiken und Bilder, die elektronische Seiten- und Bogenmontage und die Druckplatten- und Druckformenherstellung.

    Druckvorstufentechniker*innen erarbeiten die Vorlagen für den Druck von Printprodukten wie Zeitungen, Zeitschriften, Prospekten, Plakaten oder Büchern. Sie kombinieren Bild- und Textmaterial meist mit Computerprogrammen wie Desktop Publishing zu einem Seiten-Layout und stellen davon Druckvorlagen her. Diese werden auf Film belichtet und auf die Druckplatten übertragen. Weiters sind sie auch für die Produktion von digitalen Produkten zuständig (z. B. CD-Rom).

  • Womit man arbeitet

    Druckvorstufentechniker*innen verwenden für ihre Arbeit elektronische Text- und Bildbearbeitungssysteme oder Satzsysteme (DTP = Desktop Publishing, Bildbearbeitung-Tools). Die einzelnen Text- und Bildelemente werden zu Druckseiten zusammengestellt und Bogenmontagen hergestellt. Diese werden auf lichtempfindliches Filmmaterial (Montagefolien) übertragen, korrigiert und abschließend mit einem speziellen fotografischen Verfahren auf die Druckplatten kopiert. Heute gibt es bereits zentral steuerbare Systeme zur filmlosen Herstellung von Druckplatten; dabei steuert eine Fachkraft alle Schritte der Erstellung einer Druckform vom Einlesen der Texte und Bilder über die Verarbeitung und Montage bis zur Plattenkopie.

  • Wie man arbeitet

    Druckvorstufentechniker*innen arbeiten in Büros an Computerarbeitsplätzen und in den Produktionsräumen von Druckereien. Sie arbeiten meist eigenständig und eigenverantwortlich und beraten ihre Kund*innen über Ausführungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der jeweiligen Medien. Teilweise (z. B. in Großbetrieben des Druckereiwesens) arbeiten sie auch im Team mit Berufskolleg*innen und anderen Fach- und Hilfskräften des Druckereiwesens und der Medienbranche, siehe z. B. die Berufe der Drucktechnik (siehe Drucktechnik (Lehrberuf)) sowie Reprografie (Lehrberuf), Medienfachmann / Medienfachfrau – Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation) (Lehrberuf).

  • Was man macht

    • Originalvorlagen für die Reproduktion und die vorgegebenen Arbeitsmaterialien prüfen
    • Arbeitsvorbereitung, Arbeitsschritte festlegen
    • Strich- und Tonwertproduktionen mit elektronischen Geräten herstellen
    • mengen- und gestaltungsorientierten Satz herstellen
    • Druckformen für den Offsetdruck mit Hilfe von fotomechanischen und elektronischen Geräten herstellen
    • Seiten- und Bogenmontagen ausführen
    • Texte und Bilder bearbeiten (z. B. Farben und Fehler korrigieren)
    • Farbauszüge (Reproduktionen), Satzprodukte und Druckformen messen und prüfen
    • die fertigen Produkte für deren eventuelle Wiederverwendung lagern und sicherstellen
    • technische Einrichtungen reinigen, pflegen und warten
    • einfache Instandsetzungsarbeiten durchführen
    • technische Daten und Arbeitsergebnisse erfassen
  • Für wen man arbeitet

    • Druckereibetriebe
    • Verlags- und Zeitungsdruckereien
    • Hausdruckereien von Großunternehmen (z. B. Banken)
    • Betriebe des Druckformenhersteller-Gewerbes (Repro- und Montagestudios)
    • Verpackungsindustriebetriebe
  • Ausbildungs­inhalte / Was man lernt

    Wichtige Ausbildungsinhalte:

    • Drucktechnik, Offsetdruck
    • Druckvorstufentechnik
    • Arbeitsvorbereitung
    • Druckformen-Herstellung, Seiten- und Bogenmontage
    • Text- und Bildbearbeitung
    • Satz und Reproduktion
    • Maschinen- und Gerätekunde
    • Wartung und Instandhaltung, Qualitätsmanagement
    • technische Dokumentation
  • Wie man sich weiterbilden kann

    Druckvorstufentechniker*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

    Neue Entwicklungen und Weiterbildungsbereiche für Druckvorstufentechniker*innen:

    • Computergrafik, Computerdesign
    • Automatisierung, computergesteuerte Druckmaschinen und Anlagen
    • Medien- und Bildtechnologie
    • Visuelle Gestaltung, Information Design, DTP- und Electronic Publishing
    • Qualitätsmanagement, Umweltmanagement

    Als Weiterbildungsmöglichkeiten bieten sich zahlreiche Kurse für Berufstätige im grafischen Gewerbe an, die vom Berufsförderungsinstitut (bfi) und vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) abgehalten werden, z. B. Kurse über Montagetechniken, Fotosatz, neue Geräte im Bereich der Reproduktionsfotografie und Druckformenherstellung, Kurse über DTP (Desktop Publishing) und Electronic Publishing, Grundlagen der elektronischen Regel- und Steuertechnik.

    Weiters führt das WIFI auch Vorbereitungskurse für die Befähigungsprüfung im Gewerbe der „Drucker*innen und Druckformenhersteller*innen“ durch. Auch in den Betrieben selbst werden entsprechende Einschulungsmaßnahmen durchgeführt, falls neue Geräte oder Anlagen.

    Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

  • Was du mitbringen solltest

    Jeder Beruf erfordert ganz spezielle Sach- und Fachkenntnisse, die in der Ausbildung vermittelt werden. Daneben gibt es auch eine Reihe von Anforderungen, die praktisch in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit, genaues und sorgfältiges Arbeiten, selbstständiges Arbeiten, Einsatzfreude und Verantwortungsbewusstsein. Auch die Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit) und Lernbereitschaft sind heute kaum noch wegzudenken.

    Welche Fähigkeiten und Eigenschaften in DIESEM Beruf sonst noch erwartet werden, kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein. Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere Anforderungen, die häufig gestellt werden.

    Denk daran: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

      Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

    • Auge-Hand-Koordination
    • gutes Sehvermögen (viel Lesen bzw. Arbeiten am Computer)

       

      Sachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

    • Datensicherheit und Datenschutz
    • Gefühl für Farben und Formen
    • gestalterische Fähigkeit
    • gutes Augenmaß
    • räumliches Vorstellungsvermögen
    • technisches Verständnis

       

      Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

    • Aufgeschlossenheit
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Kundinnen- / Kundenorientierung

       

      Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

    • Aufmerksamkeit
    • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
    • Geduld

       

      Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

    • Kreativität
    • Organisationsfähigkeit
    • systematische Arbeitsweise
  • Was es noch gibt

    Verwandte Lehrberufe

    Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf).

    Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)

    • Drucktechnik – Digitaldruck (Lehrberuf)
    • Drucktechnik – Rollenrotationsdruck (Lehrberuf)
    • Drucktechnik – Siebdruck (Lehrberuf)
    • Geoinformationstechnik (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Agenturdienstleistungen (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation) (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Online-Marketing (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Webdevelopment und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation) (Lehrberuf), „1. voll“
    • Papiertechnik (Lehrberuf)
    • Reprografie (Lehrberuf), „1. voll“
    • Verpackungstechnik (Lehrberuf)

    Alternativen (Auswahl)

    Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

    Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

    • Drucktechnik – Digitaldruck (Lehrberuf)
    • Drucktechnik – Rollenrotationsdruck (Lehrberuf)
    • Drucktechnik – Siebdruck (Lehrberuf)
    • Geoinformationstechnik (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Agenturdienstleistungen (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Grafik, Print, Publishing und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation) (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Online-Marketing (Lehrberuf), „1. voll“
    • Medienfachmann / Medienfachfrau – Webdevelopment und audiovisuelle Medien (Audio, Video und Animation) (Lehrberuf), „1. voll“
    • Papiertechnik (Lehrberuf)
    • Reprografie (Lehrberuf), „1. voll“
    • Verpackungstechnik (Lehrberuf)

    Spezialisierungsmöglichkeiten (Auswahl):

    • Mediengestalter*in für Digital- und Printmedien
  • Lehre und Matura

    Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.

    Und so geht es:

    Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.

    Wie funktioniert die Vorbereitung?

    Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.

    Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.

    Link: Häufig gestellte Fragen!

  • Selbst­ständigkeit

    Selbstständigkeit

    Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:

    Reglementierte Gewerbe/Handwerke:

    • Gewerbe der Drucker und Druckformenhersteller, BGBl. II Nr. 40/2003 (Novelle mit Artikel 9 BGBl. II Nr. 399/2008)

    Information zu REGLEMENTIERTEN HANDWERKEN UND GEWERBEN: Die Zulassungsbedingungen für reglementierte Handwerke und Gewerbe sind bundesgesetzlich geregelt, siehe hierzu die angegebenen Bundesgesetzblätter einsehbar unter: Rechtsinformationssystem Österreich

    Information/Kontakt: Mit der GewONov 2002 wurde die Gestaltung der Prüfungsordnung für Handwerke und reglementierte Gewerbe in den Aufgabenbereich der Fachorganisationen der WKÖ übertragen, Kontakt siehe unter Wirtschaftskammer Österreich.

    ALLGEMEINE HINWEISE:

    Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
    Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
    • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
    • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

    In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

    Weitere Informationen und Kontakte:

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