Orthopädietechnik

Lehrzeit: 3 1/2 Jahre

Einstiegsgehalt nach der Lehre: ca. 2.130,- €

Lehrberuf

  • Worum es geht

    Orthopädietechniker*innen stellen, je nach Schwerpunkt, medizinisch-technische Heil- und Hilfsmittel oder Prothesen her. Sie beraten ihre Kundinnen und Kunden, besprechen mit ihnen aufgrund der ärztlichen Verschreibungen und medizinischen Unterlagen die Möglichkeiten und nehmen Abmessungen, Anproben und Anpassungen vor. Sie verarbeiten Werkstoffe wie Holz, Metall oder Kunststoffe zu Orthesen, die zur Entlastung bzw. Stützung geschwächter oder fehlgebildeter Körperteile dienen (z. B. Stützmieder, Bandagen, Fußstützen, Beinstützen, Kniestützen und Rumpfstützen) und fertigen Prothesen (= künstlicher Ersatz fehlender Körperteile) an. Orthopädietechniker*innen mit dem Schwerpunkt Rehabilitationstechnik stellen medizinische Geräte und Hilfsmittel wie z. B. Rollstühle, Sitz- und Liegehilfen, Geh-, Steh- und Badehilfen nach medizinischen Unterlagen her.

    Orthopädietechniker*innen arbeiten in Werkstätten, orthopädischen Fachgeschäften oder in orthopädischen Abteilungen von Krankenhäusern oder Rehabilitationszentren. Sie arbeiten zusammen mit Berufskolleginnen und -kollegen, Fachärztinnen und -ärzten für Orthopädie, Physiotherapeut*innen und haben Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden.

    Der Lehrberuf Orthopädietechnik ist ein Schwerpunktlehrberuf. Nähere Beschreibung zum Berufsprofil, Ausbildung, Alternativen etc. findest du bei den folgenden Schwerpunkten:

    • Orthopädietechnik – Orthesentechnik (Lehrberuf)
    • Orthopädietechnik – Prothesentechnik (Lehrberuf)
    • Orthopädietechnik – Rehabilitationstechnik (Lehrberuf)
  • Ausbildungs­inhalte / Was man lernt

    Die Berufsschulstandorte und etwaige alternative schulische Ausbildungsmöglichkeiten können je nach Ausbildungsschwerpunkt unterschiedlich sein. Vergleiche dazu die Infos bei den Beschreibungen zu den jeweiligen Schwerpunkten.

    • Orthopädietechnik – Orthesentechnik (Lehrberuf)
    • Orthopädietechnik – Prothesentechnik (Lehrberuf)
    • Orthopädietechnik – Rehabilitationstechnik (Lehrberuf)
  • Wie man sich weiterbilden kann

    Orthopädietechniker*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.

    Wichtige Weiterbildungsthemen für Orthopädietechniker*innen sind beispielsweise:

    • neue Entwicklungen in der Orthopädie und Orthopädietechnik
    • neue Materialien und Werkstoffe, Verbundstoffe, Leichtbaumaterialien
    • neue Ver- und Bearbeitungsmethoden
    • Kundenberatung
    • Datensicherheit, Datenschutz
    • Simulationstechnologie
    • 3D-Scannen
    • 3D-Drucktechnik

    Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bietet Meisterprüfungskurse sowie Kurse über Metall- und Kunststoffverarbeitung an. Die Bundesinnung der Gesundheitsberufe führt in unregelmäßigen Abständen berufsspezifische Weiterbildungskurse durch. Innerbetriebliche Weiterbildungsangebote sind z. B. Seminare bzw. Kurse über neue Produkte und Arbeitsverfahren (z. B. Kunststoffverarbeitung), die meist von Herstellerfirmen abgehalten werden.

    Für Weiterbildungsmöglichkeiten je nach Ausbildungsschwerpunkt, vergleiche dazu bitte die Infos bei den Beschreibungen zu den jeweiligen Schwerpunkten.

    • Orthopädietechnik – Orthesentechnik (Lehrberuf)
    • Orthopädietechnik – Prothesentechnik (Lehrberuf)
    • Orthopädietechnik – Rehabilitationstechnik (Lehrberuf)

    Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

  • Was du mitbringen solltest

    Jeder Beruf erfordert ganz spezielle Sach- und Fachkenntnisse, die in der Ausbildung vermittelt werden. Daneben gibt es auch eine Reihe von Anforderungen, die praktisch in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit, genaues und sorgfältiges Arbeiten, selbstständiges Arbeiten, Einsatzfreude und Verantwortungsbewusstsein. Auch die Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit) und Lernbereitschaft sind heute kaum noch wegzudenken.

    Welche Fähigkeiten und Eigenschaften in DIESEM Beruf sonst noch erwartet werden, kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein. Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere Anforderungen, die häufig gestellt werden.

     

    Denk daran: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

     

    Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

    • Fingerfertigkeit
    • gutes Sehvermögen

     

    Sachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

    • Datensicherheit und Datenschutz
    • gestalterische Fähigkeit
    • handwerkliche Geschicklichkeit
    • medizinisches Verständnis
    • räumliches Vorstellungsvermögen
    • technisches Verständnis

     

    Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

    • Aufgeschlossenheit
    • Einfühlungsvermögen
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Kundinnen- / Kundenorientierung
    • Motivationsfähigkeit

     

    Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

    • Aufmerksamkeit
    • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
    • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
    • Gesundheitsbewusstsein
    • Verschwiegenheit / Diskretion

     

    Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

    • gepflegtes Erscheinungsbild
    • Hygienebewusstsein

     

    Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

    • Kreativität
    • Problemlösungsfähigkeit
    • systematische Arbeitsweise
  • Was es noch gibt

    Verwandte Lehrberufe

    Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf).

    Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)

    • Konstrukteur*in – Maschinenbautechnik (Lehrberuf), „1. voll“
    • Konstrukteur*in – Werkzeugbautechnik (Lehrberuf), „1. voll“
    • Metalltechnik (Modullehrberuf), „1. voll“
    • Miedererzeuger*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Orthopädieschuhmacher*in (Lehrberuf)
    • Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz (Lehrberuf)
    • Schuhmacher*in (Lehrberuf)
    • Zahntechnik (Lehrberuf)
    • Zahntechnische Fachassistenz (Lehrberuf)

    Alternativen (Auswahl)

    Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

    Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

    • Ergotherapeut*in
    • Ergotherapiegehilfe / Ergotherapiegehilfin
    • Konstrukteur*in – Maschinenbautechnik (Lehrberuf), „1. voll“
    • Konstrukteur*in – Werkzeugbautechnik (Lehrberuf), „1. voll“
    • Metalltechnik (Modullehrberuf), „1. voll“
    • Miedererzeuger*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Ocularist*in
    • Orthopädieschuhmacher*in (Lehrberuf)
    • Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz (Lehrberuf)
    • Schuhmacher*in (Lehrberuf)
    • Zahnärztlicher Assistent / Zahnärztliche Assistentin
    • Zahntechnik (Lehrberuf)
    • Zahntechnische Fachassistenz (Lehrberuf)
  • Lehre und Matura

    Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.

    Und so geht es:

    Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.

    Wie funktioniert die Vorbereitung?

    Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.

    Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.

    Link: Häufig gestellte Fragen!

  • Selbst­ständigkeit

    Selbstständigkeit

    Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung ist gegeben durch:

    reglementierte Gewerbe und Handwerke:

    • verbundene Handwerke der Orthopädietechnik, Bandagisten und Miederwarenerzeugung, BGBl. II Nr. 29/2003

    Für die Ausübung eines reglementierten Gewerbes sind, neben der Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen, Befähigungsnachweise zu erbringen, die in den angeführten Bundesgesetzblättern festgelegt sind.
    Downloadmöglichkeit der Zugangsvoraussetzung und Prüfungsordnungen (Bundesgesetzblätter): Wirtschaftskammer Österreich: Prüfungs- und Befähigungsnachweise für reglementierte Gewerbe.

    ALLGEMEINE HINWEISE:

    Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
    Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen Sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
    • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
    • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

    In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

    Weitere Informationen und Kontakte:

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