Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*in

Lehrzeit: 3 Jahre

Einstiegsgehalt nach der Lehre: ca. 1.880,- bis 2.160,- €

Lehrberuf

  • Worum es geht

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen arbeiten in Bibliotheken, Dokumentationsstellen, wissenschaftlichen Archiven und ähnlichen Einrichtungen. In diesen sind sie dafür zuständig, Medien, Informationen und Daten zu beschaffen und zu erfassen (Systematisieren, Katalogisieren, Verschlagworten). Dabei arbeiten sie mit modernsten Dokumentations- und Datenbankprogrammen.

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen arbeiten eigenständig sowie im Team mit Berufskolleginnen und -kollegen und Vorgesetzten haben Kontakte mit Kundinnen/Kunden (Benutzer*innen), aber auch mit Lieferanten, Buchhändler*innen und mit Mitarbeiter*innen von Verlagen (z. B. bei Bestellungen).

  • Wo man arbeitet

    „Es ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit, da man den Kontakt mit den Lesern hat, und da ist jeder Tag anders.“
    Christoph Beitl, Lehrling, in einem Interview aus: AMS your job, 2005.

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen beschaffen die verschiedensten Medien wie z. B. Bücher, Zeitschriften, Fotografien, CD-Roms, DVDs und verwalten (systematisieren) diese in Katalogen (=Katalogisieren, Inventarisieren). Eine wichtige Aufgabe ist die Wartung des Bestandes einer Bibliothek, eines Archives oder einer Informations- und Dokumentationsstelle. Hierbei achten sie darauf, dass die Medien keine Mängel aufweisen (z. B. durch Abnutzung). Sie sichten, bewerten, übernehmen, ordnen und verzeichnen die vorhandenen Medien. Ihre Aufgabe ist es aber auch, Lieferungen und Rechnungen zu kontrollieren und zu bearbeiten sowie Bestände zu ordnen und zu verwalten.

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen sind außerdem für die Bestellungen sowie für den Verleih der Medien an die Benutzer*innen zuständig. Sie beraten die Kundinnen und Kunden durch Erstinformation oder recherchieren speziell angefragte Informationen in Katalogen, Bestandsverzeichnissen oder weltweit vernetzten Datenbanken.

  • Womit man arbeitet

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen arbeiten mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Medien (Büchern, Zeitschriften, Fotografien, elektronischen Medien wie E-Books, DVDs, CDs, Videos etc.). Sie führen Karteien und Kataloge, benutzen unterschiedliche Formulare (für Bestellungen und Entlehnungen) oder erfassen Bestellungen und Entlehnungen direkt am Computer. Weiters informieren sie die Kundinnen und Kunden über die Verwendung technischer Geräte wie z. B. Online-Katalogen auf Computern, Entlehncomputer mit Kartenscanner oder Mikrofichegeräte.

  • Wie man arbeitet

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen arbeiten in den Räumlichkeiten von Bibliotheken, Archiven und sonstigen Dokumentationsstellen: im Büro, am Kundenterminal (Informationsschalter, Ausleiheschalter, Buchrückgabeschalter) oder in den Lesesälen direkt an den Regalen. Sie arbeiten mit ihren Berufskolleginnen und Kollegen zusammen, siehe z. B. Bibliothekar*in, Archivar*in, und haben Kontakt mit den Kundinnen/Kunden (Benutzer*innen) der Archive, Bibliotheken oder Dokumentationsstellen.

    Bei Bestellungen haben sie Kontakte zu Mitarbeiter*innen von Verlagen oder zu Buchhändler*innen, siehe hierzu auch die Lehrberufe Buch- und Medienwirtschaft – Verlag (Lehrberuf), Buch- und Medienwirtschaft – Buch- und Pressegroßhandel (Lehrberuf), Buch- und Medienwirtschaft – Buch- und Musikalienhandel (Lehrberuf).

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen arbeiten viel im Sitzen und am Computer. Buchbestände, besonders historische Bücher, werden häufig vor Sonnenlicht geschützt gelagert, um sie vor dem Ausbleichen zu schützen. Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen arbeiten daher oft bei künstlicher Beleuchtung.

  • Was man macht

    • Medien, Informationen und Daten beschaffen und erwerben
    • Medien, Informationen und Daten formal erfassen
    • in Datenbanken und -netzen recherchieren
    • Bestand ordnen, archivieren und Verzeichnisse erstellen
    • technische Medienbearbeitung, Bestandspflege und Revision durchführen
    • Erstinformation für Benutzer geben
    • administrative Arbeiten mit Hilfe der betrieblichen Informations- und Kommunikationssysteme durchführen
    • Statistiken, Dateien und Karteien anlegen, warten und auswerten
  • Für wen man arbeitet

    • Bibliotheken (Stadtbibliotheken, wissenschaftliche Bibliotheken, Schulbibliotheken
    • Werksbibliotheken größerer Unternehmen, Industriebetriebe und anderer Organisationen
    • Archive
    • Informations- und Dokumentationsstellen
    • Fachinformationszentren
    • Bildagenturen
  • Ausbildungs­inhalte / Was man lernt

    Wichtige Ausbildungsinhalte:

    • Archiv- und Bibliothekswesen
    • Informationsmanagement
    • digitale Datenbanken und Archive
    • Bestandsaufnahme, Bestandspflege
    • digitale Medienbearbeitung
    • Inventur und Revision
    • Kundenberatung und -betreuung
  • Wie man sich weiterbilden kann

    Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Neuerungen im Bereich der Informationstechnologien, wie z. B. zunehmende Digitalisierung von Dokumenten, Vernetzung von Informationen in weltweiten Datenbanken im Internet etc. erfordert eine kontinuierliche Weiterbildung, um immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen laufend zu ergänzen und zu vertiefen. Meist werden Fortbildungsveranstaltungen betriebsintern bzw. von den Berufsverbänden organisiert.

    Neue Entwicklungen und Weiterbildungsbereiche für Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent*innen:

    • Informationsmanagement
    • Datenbanken und Datennetzwerke
    • Betriebliche Organisation
    • IT im Bibliothekswesen/Archivwesen
    • Digitalisierung
    • Datenschutz und Datensicherheit, Privacy

    Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten weiters Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge für Berufstätige an kaufmännischen berufsbildenden höheren Schulen (Handelsakademien).
    Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges (3 Jahre) ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht. Auch die Berufsreifeprüfung (insb. Lehre mit Matura) oder eine Studienberechtigungsprüfung ermöglichen den Zugang zum Studium.

    Weiterführende Bildungsmöglichkeiten und Höherqualifizierung:

  • Was du mitbringen solltest

    Jeder Beruf erfordert ganz spezielle Sach- und Fachkenntnisse, die in der Ausbildung vermittelt werden. Daneben gibt es auch eine Reihe von Anforderungen, die praktisch in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit, genaues und sorgfältiges Arbeiten, selbstständiges Arbeiten, Einsatzfreude und Verantwortungsbewusstsein. Auch die Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit) und Lernbereitschaft sind heute kaum noch wegzudenken.

    Welche Fähigkeiten und Eigenschaften in DIESEM Beruf sonst noch erwartet werden, kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein. Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere Anforderungen, die häufig gestellt werden.

    Denk daran: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

      Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

    • gutes Sehvermögen (viel Lesen bzw. Arbeiten am Computer)

       

      Sachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

    • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
    • Datensicherheit und Datenschutz
    • gute Allgemeinbildung
    • gute Deutschkenntnisse

       

      Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

    • Aufgeschlossenheit
    • Bereitschaft zum Zuhören
    • Hilfsbereitschaft
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Kontaktfreude
    • Kundinnen- / Kundenorientierung

       

      Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

    • Aufmerksamkeit
    • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
    • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
    • Freundlichkeit
    • Geduld
    • Geschichtsbewusstsein

       

      Weitere Anforderungen: Was ist sonst noch wichtig?

    • gepflegtes Erscheinungsbild

       

      Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

    • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
    • Organisationsfähigkeit
    • systematische Arbeitsweise
  • Was es noch gibt

    Ersatz von Lehrabschlussprüfungen

    Die abgelegte Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Archiv-, Bibliotheks- und InformationsassistentIn (Lehrberuf) ersetzt die Lehrabschlussprüfung in den Lehrberufen

    Verwandte Lehrberufe

    Durch die Verwandtschaftsregelung wird die Ausbildung in einem Lehrberuf auf Teile der Lehrzeit in anderen (verwandten) Lehrberufen angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Lehrzeit bei der Ausbildung in einem weiteren Lehrberuf (oder auch beim Wechsel auf einen verwandten Lehrberuf).

    Bei folgenden verwandten Lehrberufen verkürzt sich die Lehrzeit im Ausmaß der angegebenen Lehrjahre. (Beispiel: Der Eintrag „1. voll“ bedeutet z. B., dass sich die Lehrzeit im verwandten Lehrberuf um ein Jahr verkürzt.)

    • ?Bankkaufmann / Bankkauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Betriebsdienstleister*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Betriebslogistikkaufmann / Betriebslogistikkauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Buch- und Medienwirtschaft – Buch- und Musikalienhandel (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Buch- und Medienwirtschaft – Buch- und Pressegroßhandel (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Buch- und Medienwirtschaft – Verlag (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Bürokaufmann / Bürokauffrau (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Drogist*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • E-Commerce-Kaufmann / E-Commerce-Kauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Einkäufer*in (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Eventkaufmann / Eventkauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Finanz- und Rechnungswesenassistenz (Lehrberuf), „1. voll“
    • Finanzdienstleistungskaufmann / Finanzdienstleistungskauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Großhandelskaufmann / Großhandelskauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Hotel- und Gastgewerbeassistent*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Hotel- und Restaurantfachmann / Hotel- und Restaurantfachfrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Hotelkaufmann / Hotelkauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Industriekaufmann / Industriekauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Kanzleiassistent*in – Notariatskanzlei (Lehrberuf), „1. voll“
    • Kanzleiassistent*in – Rechtsanwaltskanzlei (Lehrberuf), „1. voll“
    • Mobilitätsservice (Lehrberuf), „1. voll“
    • Personaldienstleistung (Lehrberuf), „1. voll“
    • Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz (Lehrberuf), „1. voll“
    • Reisebüroassistent*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Speditionskaufmann / Speditionskauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Speditionslogistik (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Sportadministration (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Steuerassistenz (Lehrberuf), „1. voll“
    • Versicherungskaufmann / Versicherungskauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Verwaltungsassistent*in (Lehrberuf), „1. voll“

    Alternativen (Auswahl)

    Alternative Berufe sind Berufe, die entweder eine ähnliche Ausbildung oder ähnliche Aufgaben- oder Tätigkeitsbereiche haben, wie der Beruf, über den du dich gerade informierst. Die Ähnlichkeit kann auch in den Arbeitsmaterialien, den Arbeitsumgebungen liegen oder in der Art, wie du mit anderen Menschen zusammenarbeitest.

    Diese Liste soll dir bei der Überlegung helfen, welche Berufe und Ausbildungen für dich noch interessant sein könnten und dich auf weitere Ideen bringen.

    • Antiquitäten- und Kunstgegenständehändler*in
    • Archivar*in
    • Assistent*in in der Sicherheitsverwaltung (Lehrberuf), „1. voll“
    • Bankkaufmann / Bankkauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Betriebsdienstleister*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Betriebslogistikkaufmann / Betriebslogistikkauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Bibliothekar*in
    • Buch- und Medienwirtschaft – Buch- und Musikalienhandel (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Buch- und Medienwirtschaft – Buch- und Pressegroßhandel (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Buch- und Medienwirtschaft – Verlag (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Bürokaufmann / Bürokauffrau (Lehrberuf), „1., 2., 3. voll“
    • Drogist*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • E-Commerce-Kaufmann / E-Commerce-Kauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Einkäufer*in
    • Einkäufer*in (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Eventkaufmann / Eventkauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Finanz- und Rechnungswesenassistenz (Lehrberuf), „1. voll“
    • Finanzdienstleistungskaufmann / Finanzdienstleistungskauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Großhandelskaufmann / Großhandelskauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Hotel- und Gastgewerbeassistent*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Hotel- und Restaurantfachmann / Hotel- und Restaurantfachfrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Hotelkaufmann / Hotelkauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Industriekaufmann / Industriekauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Informationsbroker (m./w./d.)
    • Informationsmanager*in
    • Kanzleiassistent*in – Notariatskanzlei (Lehrberuf), „1. voll“
    • Kanzleiassistent*in – Rechtsanwaltskanzlei (Lehrberuf), „1. voll“
    • Mediendidaktiker*in
    • Mobilitätsservice (Lehrberuf), „1. voll“
    • Multimedia-Projektmanager*in
    • Museumsaufseher*in
    • Museumspädagoge / Museumspädagogin
    • Personaldienstleistung (Lehrberuf), „1. voll“
    • Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz (Lehrberuf), „1. voll“
    • Reisebüroassistent*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Speditionskaufmann / Speditionskauffrau (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Speditionslogistik (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Sportadministration (Lehrberuf), „1., 2. voll“
    • Steuerassistenz (Lehrberuf), „1. voll“
    • Versicherungskaufmann / Versicherungskauffrau (Lehrberuf), „1. voll“
    • Verwaltungsassistent*in (Lehrberuf), „1. voll“
    • Verwaltungsfachbeamter / Verwaltungsfachbeamtin
    • Wissensmanager*in

    Spezialisierungsmöglichkeiten (Auswahl):

    • Medienarchivar*in
  • Lehre und Matura

    Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Lehre und vier weiteren Prüfungen erlangst du die Berufsmatura (Berufsreifeprüfung). Diese öffnet dir den Zugang zu Universitäts- und Fachhochschulstudien. Außerdem ermöglicht sie zusätzliche Karrierewege im erlernten Beruf, aber auch außerhalb des bisherigen Berufsfeldes.

    Und so geht es:

    Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch (schriftlich und mündlich) und Mathematik (schriftlich), eine lebende Fremdsprache (schriftlich oder mündlich) und ein Fachbereich (schriftliche Prüfung oder Projektarbeit und mündliche Prüfung). Der Fachbereich ist ein Thema aus dem Berufsfeld des Kandidaten/der Kandidatin.

    Wie funktioniert die Vorbereitung?

    Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung erfolgt in Vorbereitungskursen, die von Erwachsenenbildungseinrichtungen (z. B. WIFI, BFI, Volkshochschulen), Berufsschulen oder höheren Schulen (z. B. AHS, HAK, HTL, HLW) angeboten werden. In solchen Lehrgängen können auch die jeweiligen Teilprüfungen abgelegt werden. Drei der vier Teilprüfungen können bereits während der Lehre abgelegt werden. Zur letzten Teilprüfung kannst du nach erfolgreichem Lehrabschluss, aber nicht vor dem 19. Geburtstag antreten.

    Durch ein Förderprogramm, können die Vorbereitungskurse und die Prüfung seit September 2008 in ganz Österreich kostenlos angeboten werden. Zur konkreten Ausgestaltung der Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung bestehen in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Informationen bieten u. a. die Bildungseinrichtungen und die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammern.

    Link: Häufig gestellte Fragen!

  • Selbst­ständigkeit

    Selbstständigkeit

    Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung ist gegeben durch:

    Freies Gewerbe:

    • Betrieb eines Archives
    • Buch-, Kunst- und Musikalienverlag
    • Handelsgewerbe

    Informationen zum „Freien Gewerbe“:
    freie Gewerbe erfordern in der Regel keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirksverwaltungsbehörde). Grundsätzlich richtet sich der Gewerbeumfang nach dem Wortlaut der Gewerbeanmeldung.

    Liste der Freien Gewerbe:

    ALLGEMEINE HINWEISE:

    Für jede Tätigkeit, die Sie selbstständig, regelmäßig und mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ausüben wollen, brauchen Sie eine Gewerbeberechtigung (Ausnahme: Freie Berufe). Diese erhalten Sie durch Anmeldung bei der Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat).
    Unabhängig von einem etwaigen Befähigungsnachweis müssen sie dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:

    • das 18. Lebensjahr muss vollendet sein
    • österreichische Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedstaates (oder eines Staates, mit dem ein entsprechender Staatsvertrag besteht) oder es liegt ein gültiger Aufenthaltstitel vor, der zur selbstständigen Tätigkeit berechtigt
    • keine Ausschließungsgründe (z. B. abgewiesene Konkursanträge, Bestrafung wegen Finanzstrafdelikten)

    Freie Berufe sind selbstständige (freiberufliche) Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen (z. B. Arzt/Ärztin und andere Gesundheitsberufe, Rechtsanwalt/-anwältin, Musiker*in, Schriftsteller*in und andere Künstlerberufe). Für einige freie Berufe ist die Berufsausübung durch eigene Rechtsvorschriften (Ärztegesetz, Rechtsanwaltsordnung, Ziviltechnikergesetz etc.) geregelt und es bestehen eigene Interessensvertretungen (Kammern oder Berufsverbände), denen die Aufnahme der selbstständigen Berufstätigkeit gemeldet werden muss. Für andere freie Berufe, wie z. B. Künstler*in, Schriftsteller*in, Journalist/Journalistin, bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften und Meldepflichten.

    In allen Fällen einer selbstständigen Berufsausübung (ob im Rahmen eines Gewerbes oder als freiberufliche Tätigkeit) ist diese bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und dem zuständigen Finanzamt zu melden.

    Weitere Informationen und Kontakte:

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